Freitag, 29. April 2016

Altes Land




Mir hat der Roman "Altes Land" von Dörte Hansen sehr gut gefallen. 
Ein gelesener Mittelstreckenlauf geht zu Ende. Schade eigentlich und ich erinnere mich an unsere Radtour vor genau einem Jahr auf dem Elbradweg ... durch Hamburg, ... durch das Alte Land ... bis zur Elbmündung ... ging auch viel zu schnell zu Ende...
Ich atme ganz tief durch und bin sehr zufrieden, auch die letzten Zeilen dieses rasanten Romans gelesen zu haben, klappe das Buch zu und lege das "Alte Land" auf einen Stapel bereits gelesener Bücher. 

Mir wird bewusst, dass ich mehr über meinen Eindruck und ein Resümee nachdenke, als bei einigen anderen Büchern zuvor. 

So schnell wie sich mir die Fakten aneinandergereiht präsentieren, so schnell wollte ich lesen, ohne oberflächlich werden zu müssen. Ich habe es verschlungen. Musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ausgeht. 

Die vergrämten, manchmal schnoddrigen und steinhart wirkenden Figuren brauchen diese Geschwindigkeit. Für mich als Leser jedenfalls. Ich bin gebannt vom Springen zwischen den Jahrzehnten, Generationen und Personen. Kein Problem, Handlung und Person jeweils zuzuordnen.

Die Gefühle der Protagonisten sind schon brutal und ohne Schnörkel beschrieben. Sie schreien aus den Zeilen. Begründbar irgendwie. Menschlich. Das hilft mir, mich ein wenig hineinzuversetzen, zu verstehen. 

Das Aufeinandertreffen der Eingesessenen mit den Dazugekommenen oder umgekehrt wird immer wieder nach Herausforderung rufen. Ein Kampf. Da haben es Vertriebene und Flüchtlinge um Einiges schwerer. Sie stehen einfach so da, verloren, mit schwerer körperlicher und seelischer Last, aber ohne Gepäck. 







Die Eindrücke, die wir vom Alten Land ... mitbrachten sind die eine Seite. Der Roman eine herrliche Ergänzung. Viel mehr sogar. 

Ich musste zum Glück nie flüchten. Umgezogen bin ich. In eine völlig andere Gegend mit so völlig anderen Menschen als ich gewohnt war. Nunmehr wohne ich schon länger in der anderen Gegend als dort, wo ich geboren und meine Jugend verbracht habe. Größere Konflikte gab es keine. Doch gibt es eine einheitliche Definition für das Sichwohlfühlen?

Danke sehr für´s Mitlesen und kommt gut in das Wochenende!!!!


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